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 © liana Lilova-Nagelova

liebe oder

Gewalt, Menschenverachtung, Schändung, Zynismus und Missachtung sind bis heute eine Tabuzone, der man mit Snobismus, Abscheu, aber auch mit Faszination begegnen kann, nur nicht mit Gleichgültigkeit. Don Giovanni ist ein überaus irdischer Täter, der von Exzessen, Freiheitsdrang, Rebellion, Macht und Anarchie geführt wird. Er trägt eine irritierende Maske auf der Bühne des Lebens und ist auch der perfekte Spieler. Er ist eine Figur ohne soziale Bindungen und ohne familiäre Verpflichtung. Zerstreuung und Genuss sind seine Lebensmottos, alles treibt ihn zu gewaltsamen Grenzverletzungen. Tod, Macht, Feste – die grenzüberschreitenden Erfahrungen, die er macht, spannen den Bogen zwischen Schrecken und Ekstase. Don Giovanni feiert immer sich selbst, auch wenn er immer wieder Opfer sucht, ist er doch selbst Opfer seiner Triebstruktur. Das Kunstwerk bietet uns eine breite Palette an assoziativen Beziehungen und Gefühlen; Verführung, Verfolgung, Angst, Rache, Mitleid und Selbstzerstörung bilden auch heute den Stoff des Lebens. Don Giovannis Lebenswandel ist eine zyklische Folge sich wiederholender Muster ohne Entwicklungstendenz. Ein Philanthrop, der vom weiblichen Geschlecht gefangen, geblendet und besessen wird: der Repräsentant einer vaterlosen Gesellschaft und als solcher höchst aktuell für unsere Gegenwart. Macht, Liebe, Tod, die Vielseitigkeit unserer oft zutiefst versteckten Gefühle, das sind auch Hauptimpulse meiner künstlerischen Arbeit. Sehr konkret auch die Thematik, welche Handlungsmöglichkeiten sich Frauen auftun, um gegen die gesellschaftlich mächtigeren Männer bestehen zu können. Aber auch Soziales und zwischenmenschliche Beziehungen, die Transzendenz des Denkens und Handelns.

liana Lilova-Nagelova

liana Lilova-Nagelova

12.05.1970 in Sofia/Bulgarien

2006, öl auf leinwand, je 70 x 70 cm

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