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DON GIOVANNI

 EINER VON UNS

Die nachhaltige Faszination archetypischer Figuren, wie der des Don Giovanni ist ein Zeichen dafür, dass der in unserer Gesellschaft immer mehr um sich greifende Pragmatismus des Mittelmaßes und des Nützlichen doch noch nicht endgültig gesiegt hat. Die Sehnsucht des Menschen nach dem Außergewöhnlichen, dem Untypischen und Widersprüchlichen ist nicht so leicht zu besiegen. Der Kunst kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Sie, die Kunst sowie jene Personen und Institutionen die sich der Kunst widmen, haben entscheidenden Anteil daran, dass diese Sehnsucht nicht erstickt, sondern – trotz allem - genährt und provoziert wird. Kunst ist die Antithese zum Paragmatismus des Nützlichen, sie ist das gelebte Bekenntnis zur Notwendigkeit des Nutzlosen. Denn genau diese Haltung ist es, die eine Gesellschaft lebendig hält. Und dass gerade das scheinbar Nutzlose notwendig ist und damit Sinn und Wert erzeugt, ist eine jener Paradoxien, die das Leben lebenswert machen und die Kunst unverzichtbar. Solange wir junge Künstlerinnen und Künstler, wie die hier präsentierten Studierenden von Christian Ludwig Attersee haben, die ihr Leben und ihre Begeisterung der Kunst verschreiben, solange Kunstuniversitäten wie die Angewandte für junge Leute ebenso attraktiv sind, wie Wirtschafts- und Technikuniversitäten, so lange braucht einem um unsere Gesellschaft nicht bange sein. Ihr Mut und ihre Begeisterung wird entscheidend dafür sein, wer in der Zukunft die Definitionsmacht über den Begriff Fortschritt haben wird.

Die primäre Funktion einer Universität, und ganz besonders einer Kunstschule, war und ist die Produktion von Veränderung. Tatsächlich ist es das Schaffen neuer Realitäten, die Transformation der intellektuellen Strukturen und der Wahrnehmungsmuster, die kritische Reflexion über das persönliche Denken und Handeln, was eine Universität wirklich ausmacht. Universitäten waren schon immer Orte, wo Fragen wichtiger waren, als Antworten. In diesem Sinne freut es mich ganz besonders, dass mit dieser Ausstellung und mit diesem Katalog Studierende der Universität für angewandte Kunst Wien beweisen können, dass dieser Anspruch lebt!

Gerald Bast (Rektor der Universität für angewandte Kunst Wien)

 

Bildzyklen und Bilder der Studierenden der Meisterklasse Prof. Attersee,

Universität für angewandte Kunst September/Oktober 2006

 

 


 

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